Die SOI-R-Skala (Penke & Asendorpf 2008) misst deine Neigung, Sexualität und emotionale Bindung zu trennen – oder nicht. Es ist kein moralisches Urteil und kein Maß der sexuellen Orientierung: ein stabiles Merkmal, das, in einem Paar schlecht abgestimmt, tiefe Missverständnisse erzeugt.
Die drei Komponenten des SOI-R
Vergangene Erfahrungen mit Sexualität außerhalb einer emotionalen Bindung. Misst tatsächliches Verhalten, nicht Einstellungen oder Wünsche.
Kognitive Offenheit für Sexualität unabhängig von Bindung. Was man moralisch für akzeptabel hält, unabhängig vom Tun.
Spontane Fantasien über mehrere Beziehungen oder Partner. Verlangen kann da sein, ohne sich je in Verhalten zu übersetzen.
Das Spektrum geschlossen-offen
Die Werte reichen von sehr eingeschränkt (Sexualität nur in einem stark gebundenen Rahmen) bis sehr uneingeschränkt (Wohlsein mit Sexualität unabhängig von Bindung). Beide Extreme existieren in einer normalen Bevölkerung. Das Problem entsteht, wenn die Partner an gegensätzlichen Enden stehen, ohne es ausgesprochen zu haben.
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Häufige Fragen
Bedeutet ein hoher Wert eine Neigung zur Untreue?
Nicht zwangsläufig. Der SOI-R misst Einstellungen und Wünsche, nicht das Verhalten in einer gebundenen Beziehung. Ein hoher Wert kann mit völliger Treue koexistieren, wenn die Bindung bewusst gewählt ist.
Hängt der SOI-R mit der sexuellen Orientierung zusammen?
Nein. Die sexuelle Orientierung ist unabhängig von der Soziosexualität. Eine homosexuelle Person kann einen sehr eingeschränkten SOI haben, eine heterosexuelle einen sehr offenen.
Ist dieses Merkmal veränderbar?
Es ist relativ stabil. Lange gebundene Beziehungen können den verhaltensbezogenen SOI leicht senken, doch Verlangen und Einstellungen widerstehen mehr.