Der DOSPERT (Blais & Weber 2006) misst deine Risikobereitschaft über mehrere unabhängige Bereiche. Man kann im Sport ein Draufgänger und bei Finanzen ultravorsichtig sein. Ein Paar, dessen Vorlieben stark divergieren, schafft strukturelle Spannungen bei großen gemeinsamen Entscheidungen.
Die fünf Risikobereiche
Spekulative Investitionen, Glücksspiel, riskante Kredite. Der Bereich, der am direktesten mit Beziehungskonflikten verbunden ist.
Unpopuläre Meinungen äußern, einer Autoritätsperson widersprechen. Risiko sozialer Missbilligung.
Verhalten in einer rechtlichen oder moralischen Grauzone. Ungenaue Steuererklärungen, kleine Mogeleien.
Extremsport, schnelles Fahren. Oft sehr unabhängig von den anderen Bereichen.
Ernährung, Substanzen, riskantes Verhalten. Rauchen, Alkohol, Arztbesuche meiden.
Risikobereitschaft und Paar
Unterschiede beim Finanzrisiko sind am konfliktträchtigsten, weil sie konkrete gemeinsame Entscheidungen berühren: ein Haus kaufen, Ersparnisse anlegen, die Karriere wechseln. Zu verstehen, dass diese Unterschiede teils stabile Merkmale sind, verändert das Gespräch: von "du bist verantwortungslos" zu "wir haben unterschiedliche Risikoschwellen – wie entscheiden wir gemeinsam?".
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Häufige Fragen
Ist Risikobereitschaft stabil oder kontextabhängig?
Beides. Sie ist teils ein stabiles Merkmal (mit Offenheit und Extraversion korreliert) und teils kontextabhängig – emotionale Zustände und Müdigkeit beeinflussen sie.
Ändert sich Risikobereitschaft mit dem Alter?
Ja, sie nimmt mit dem Alter meist ab, besonders im körperlichen und ethischen Bereich.
Was ist der Unterschied zu den Money Scripts?
Die Money Scripts erkunden ererbte emotionale Überzeugungen zu Geld. Der DOSPERT misst konkretes Risikoverhalten. Beide sind komplementär.